lwob
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Mukke
  Banner und Verlinkungen
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/lwob

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Demo gegen Rassismus

Den rassistischen Mob stoppen!
In Heinersdorf und überall!

Als im März diesen Jahres bekannt wurde, dass die muslimische
Ahmadiyya-Gemeinde im Nordost-Berliner Stadtteil Heinersdorf eine Moschee
errichten möchte, war die Empörung groß. Eine Koalition aus BürgerInnen und
Neonazis verschiedenster Lager schürt seitdem eine rassistische Stimmung
gegen das Projekt. Auf dem Baugrundstück wurde eine Reichskriegsflagge
gehisst, in der BVV gingen Brandanschlagsdrohungen gegen die Moschee
ein, und die umliegenden Kieze wurden mit antimuslimischer Hetze
überzogen.
In Heinersdorf und den umliegenden Gegenden wie Weißensee und Pankow
breitet sich zur Zeit die Ablehnung gegen die Moschee in der
„Normalbevölkerung“ wie ein Flächenbrand aus. Auswertungen der Heinersdorfer
Unterschriftensammlung gegen die Moschee belegen das. Dort haben bereits
knapp 6.200 der 6.000 HeinersdorferInnen unterschrieben, also ca. 103% der
AnwohnerInnen. Bei den Aufmärschen der HeinersdorferInnen, welche seit
Mai fast im Drei-Wochen-Takt stattfanden, brachte der Heinersdorfer
Mob, bei einwöchigen Mobilisierungszeiten, bis zu 1500 TeilnehmerInnen auf
die Straße. Die Palette der Argumente gegen die Moschee reicht von
offenem und verdecktem Rassismus bis zum Eintreten für Bürgerrechte. Es
geht um die angebliche „Überfremdung“ der Schulen, das Sinken der
Grundstückspreise und Parkplatzknappheit, die Errichtung „islamischer
Terrorzellen“ in Heinersdorf und die wahnhafte Angst vor „Pariser Zuständen“.

Die lokale BürgerInneninitiative: „Interessengemeinschaft
Pankow-Heinersdorfer Bürger e.V.i.G.“ gibt dem rassistischen Mob einen
„zivilisierten“ Anstrich und hält ihn an der kurzen Leine, damit dessen Rassismus
nicht zu offensichtlich nach außen tritt. Bürgerrechte, Antisemitismus,
Sharia, Frauen- und Homosexuellenrechte sind ihre Schlagworte. Über den
Anti-Moschee-Protest hinaus will sie sich um die sozialen Belange in
Heinersdorf kümmern.
Aber wie viel ist das Eintreten für soziale Belange wert, wenn es erst
einmal der Abwehr der „Fremden“ bedarf, damit die Dorfgemeinschaft sich
dafür interessiert? Nichts! Wer sich für Bürgerrechte und gegen
Antisemitismus einsetzt, sollte auch Bürgerrechte wie Religionsfreiheit
achten, nicht mit rechten und bürgerlichen Antisemiten demonstrieren und auch
keine gemeinsame Sache mit der CDU machen, die bekannt ist für ihr
patriarchales Frauenbild. Auch zum Thema Homophobie im Islam sollten die
HeinersdorferInnen lieber schweigen. Mit Sicherheit, darauf wetten wir,
hätte die Mehrheit von ihnen ein Problem damit, wenn sich ihr Kind oder
ein_e gute_r Bekannte_r als homosexuell oder als Transgender outen
würde. In Sachen Emanzipationsfeindlichkeit stehen die HeinersdorferInnen &
Co. dem Islam, einer Vielzahl anderer Religionen und der restlichen
Mehrheitsgesellschaft nichts nach.

Islamophobie betrifft, auch wenn dies einige vielleicht nicht wahrhaben
wollen, alle Migrant_Innen und Nichtdeutschen. Die Mehrheit der
Deutschen berücksichtigt weder soziale Verhältnisse, noch Religion oder
politische Anschauungen, wenn es um nichtdeutsche Menschen geht. Neonazis wie
Bürgern werfen rechte Gruppen wie die türkischen Grauen Wölfe mit linke
Kurd_Innen, französische Banlieue-Jugendliche und Muslime/a in einen
Topf und drücken ihnen das Etikett „Überfremdung“ auf. Politische,
soziale oder religiöse Unterschiede spielen dabei keine Rolle. „Kanake“ ist
halt „Kanake“. Sie werden als Störfaktor gesehen, die allein durch ihre
Anwesenheit die eigene deutsche Kultur zerstören. Aber welche Kultur
tragen die HeinersdorferInnen nach außen? Es ist keine Kultur des
Austausches, sondern eine Kultur der Ausgrenzung. Diese Koalition lässt sich
keines Besseren belehren. Ihr gemeinsames Feindbild steht fest. Es sind
die „Anderen“, die „Fremden“, die die dörfliche Idylle gefährden.

Diese Idylle gilt es zu stören. Für den 27. August rufen wir darum zur
gemeinsamen Überfremdung der Heinersdorfer Gartenzwerg-Kolonie auf.
Seid laut, bunt, verrückt und vielfältig! Statt rassistischer Ausgrenzung
setzen wir auf ein solidarisches Miteinander und den gemeinsamen Kampf
für eine befreite Gesellschaft.

Klassenkampf statt „Kampf der Kulturen“!
Kein Mensch ist illegal!
Gleiche Rechte für alle, die hier Leben und hier herkommen!

Antirassistische Demonstration
27. August 2006 / 15 Uhr / Berlin / S./U-Bhf. Pankow

Mehr Informationen demnächst unter: www.aw.antifa.de
5.7.06 22:39
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung